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  • Rebecca

Muss ich meinem Hund etwas anziehen?

Aktualisiert: 24. Juni 2019

Viele machen es aus modischen Gründe, die anderen aus praktischen und dennoch gibt es auch diejenigen die der Meinung sind „Hunde frieren nicht“. Diesen längst überholten Mythos möchte ich heute etwas näher beleuchten.


Bedenken wir die Tatsache, dass viele Hunde heutzutage nicht mehr Draußen im Garten oder auf dem Hof leben müssen und sich die meisten von ihnen sobald die Temperaturen etwas sinken in ihre Decken und Schlafplätze kuscheln, wage ich es zu behaupten, dass unsere Hunde es schlichtweg einfach nicht mehr „gewohnt“ sind die kalten Wintertemperaturen einfach so wegzustecken und mit ihrem Fell auszugleichen. Der Fellwechsel passt sich ein Stück weit auch den Temperaturen an, von denen der Hund die meiste Zeit umgeben ist. Und sind wir mal ehrlich, sobald im Herbst die Außentemperatur sinkt machen die meisten von uns es sich zuhause so richtig kuschlig. Die dicken Decken werden wieder ausgepackt und die Wohnung bleibt immer ‚muschig‘ warm temperiert. Und jetzt stellt euch nur mal für eine Sekunde vor, ihr würdet aus eurer kuschlig warmen Wohnung ohne eure Winterjacke gehen – wie schnell wäre euch kalt? Sofern ihr nicht sofort draußen losrennt bis euch von alleine warm wird, wird euch ziemlich schnell kalt oder? Und zwar Eiskalt. Und genau so geht es den meisten Hunden auch. Wie bei uns Menschen frieren die einen natürlich schneller, die anderen mehr oder weniger. Aber wieso ist es für so viele so abwegig dem Hund etwas anzuziehen?


Betrachten wir uns die Entwicklung vom Hofhund zum Haushund, waren es letztendlich die Menschen die angefangen haben, die Hunde in die beheizten Wohnungen zu holen und sie nicht mehr nach Nützlichkeit, sondern nach Mode und persönlichen Vorlieben auszuwählen. Dem Hund also etwas anzuziehen wenn es draußen kalt ist, ist weder überfürsorglich oder "unnatürlich", sondern vielmehr ein konsequenter Entschluss.

Genauso bestimmen wir ihren Tagesablauf. Wir bestimmen wann sie nach draußen kommen, wie sie sich bewegen und wie viel sie sich bewegen. Und genau deswegen ist es so wichtig sich von überholten Mythen frei zu machen und ihnen unser Zusammenleben in alle Bereichen so angenehm wie möglich zu gestalten. – Ja, und dazu gehört auch für das Wohlbefinden der Hunde bei Sommer oder Wintertemperaturen zu sorgen.


Zittert euer Hund draußen am ganzen Körper und hebt seine Pfötchen an, ist ihm nicht erst gerade kalt sondern die Kälte ist schon durch den ganzen Körper gedrungen. Spätestens jetzt solltet ihr nachhause gehen oder den Hund warm einmummeln. Kälte kann ebenso wie Hitze das Verhalten unserer Hunde verändern und Stress auslösen, wenn sie sich nicht wohl dabei fühlen. Unwohlsein wegen Kälte beginnt beim Hund aber meist schon viel früher und ist für viele Halter die Schwierigkeiten haben ihren Hund zu verstehen oft nicht erkennbar. Auch das Problem lässt sich vermeiden, wenn ich meinem Hund einfach direkt den Mantel anziehe, wann immer ich selbst friere. Denn wenn mir kalt ist, ist meinen Hunden höchstwahrscheinlich auch kalt.


Ich persönlich ziehe meinen Hunden nicht immer etwas an. Bewegen wir uns bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad und wir müssen nur eine ganz kurze Strecke gehen bis sie sich warm laufen können, lasse ich den Mantel auch mit gutem Gewissen zuhause. Unterschreiten wir die 0 Grad oder gehen wir aber eine längere Strecke an der Leine, müssen mit dem kalten Auto fahren oder irgendwo draußen eine Zeit lang warten, mummle ich die Hunde genauso ein wie mich selbst und achte darauf, dass sie nicht längere Zeit irgendwo auf dem kalten Boden sitzen müssen. Ein Hund kann genauso wie ein Mensch eine Blasenentzündung bekommen oder sich eine Erkältung einfangen. Sind die Hunde nach einer Zeit warm gelaufen und ich merke es ist ihnen vllt. sogar zu warm mit dem Mantel, ziehe ich diesen bei der Gassi Runde auch gerne aus und lege ihn wieder an sobald wir auf dem Rückweg sind.

Was ich damit sagen will? Achtet bei den kalten Temperaturen genauso wie bei zu warmen immer auf eure Hunde und versucht ein Gefühl dafür zu bekommen wie sie sich fühlen. Seid euch in keinem Falle zu schade euren Hunden etwas anzuziehen, wenn ihr das Gefühlt habt, dass es ihnen zu kalt sein könnte. Dem Hund rein aus optischen Gründen nichts anzuziehen ist meines Erachtens grob fahrlässig und verantwortungslos.


Ich will nicht sagen, dass jeder Hund in jeder Situation einen Hundemantel braucht. Entscheidend sind natürlich auch die Haltungsbedingungen, wie viel kann der Hund sich draußen bewegen, kann er rennen oder muss er mit mir an der Leine mitlaufen. Ist er gesund oder krank, wie ist seine Fellbeschaffenheit und welche individuellen Vorlieben hat er. Liebt er es generell wenn es kälter ist und legt sich zuhause freiwillig auf die kalten Fließen oder presst er sich beinahe an die Heizung.

Was ich aber durchaus betonen möchte, dass sich jeder Gedanken darüber machen sollte ob und noch viel besser ab wann der eigene Hund einen Mantel braucht, fernab jeglicher Mythen die unter Hundehaltern umhergeistern.


Lasst eure Hunde nicht frieren.

Rebecca

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